Mai 2013: Westhagen - Werden junge Volleyballerinnen und junge Volleyballer im Stich gelassen? - CVJM enttäuscht - Bleibt Tischtennis auf der Strecke?

In einem offenen Brief kritisiert der CVJM Wolfsburg die Unterstützung des Westhagener Ortsrates bei sozialsportlichen Aktivitäten in Westhagen und die Vergabepraxis der Sportverwaltung bei Sporthallen. Der CVJM Wolfsburg ist 1991 gemeinsam mit einem anderen Verein mit der "Goldplakette für vorbildliche Arbeit mit deutschstämmigen Spätaussiedlern" durch die Bundesregierung und 2007 für die Arbeit im Strafvollzug durch den damaligen Bundespräsidenten ausgezeichnet worden. 2006 erhielt der CVJM die "Sportmedaille" durch die niedersächsische Landesregierung, die höchste Auszeichnung im Sport für Vereine. 1991 gehörte der CVJM zu den Preisträgern beim Wettbewerb „Volleyball – ein Spiel für junge Menschen“ des Internationalen Volleyball Verbandes und 1990 wurde der CVJM durch den damaligen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees gemeinsam mit zwei Schulen in Lausanne/Schweiz empfangen. Er hat in den letzten 30 Jahren viele Aktionen in Westhagen durchgeführt – teilweise wegweisend ("Best Practice") für Vereine, Gruppen, Kirchen und Schulen. Weitere Informationen zum CVJM Wolfsburg unter www.cvjm-wolfsburg.de. Empfehlenswert ist die Broschüre „40 Jahre Sport im Strafvollzug – 40 Jahre christlicher Sozialsport“. Ein Artikel zu dieser Broschüre ist auf diesem Internetauftrittals Thema des Monats Dezember 2012 (hier klicken).

 

Unter Berichte über Aktionen 2013 auf diesem Internetauftritt gibt es einige Artikel zu diesem unerfreulichen Thema: Bitter für junge Menschen: CVJM gibt Hallenzeit am Montag im FBZ Westhagen zurück - bitter enttäuscht von Ortsrat und Sportverwaltung - CVJM macht aber in Westhagen weiter (hier klicken) + Leserbrief zum Thema "Es rumort in den Ortsräten" in der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung vom 8. Juni - Sportverwaltung und Westhagener Ortsrat werden kritisiert - neue Volleyballgruppe am Dienstag (hier klicken) + Westhagen - Werden junge Volleyballerinnen und Volleyballer im Stich gelassen? CVJM enttäuscht - Bleibt Tischtennis auf der Strecke? Wolfsburger Nachrichten berichten - Stellungnahme zum Artikel (hier klicken).

Im offenen Brief zeigt sich der CVJM Wolfsburg von der Arbeitsweise des Ortsrates enttäuscht – besonders von der Arbeitsweise eines Mitgliedes des Ortsrates und der Ortsbürgermeisterin. Die christlichen Sozialsportler schreiben: „Vor einem halben Jahr haben wir uns Hilfe suchend wegen sozialsportlicher Aktivitäten in Westhagen an Sie schriftlich gewandt. Passiert ist bis heute eigentlich nichts! Nach dem ersten Brief vom Oktober 2012 haben wir keine Antwort erhalten. Nach dem zweiten Brief im Januar 2013 sagte uns die Frau Ortsbürgermeisterin, dass wir uns wegen der Montagsbelegung an den Herrn Sportdezernenten und den Herrn Oberbürgermeister wenden sollten. Eine per Mail durch die Frau Ortsbürgermeisterin am 29. Januar 2013 versprochene Antwort des Ortsrates ist bis heute nicht eingetroffen. Jetzt soll der Ortsrat die Montagsbelegung an das Sportamt verwiesen haben.“


Vorwiegend geht es um eine Hallenzeit am Montag im Schulzentrum Westhagen: Zum selben Zeitpunkt von 20.15 bis 22.00 Uhr wurde in dieselbe Halle auch eine Freizeitvolleyballgruppe gelegt. Der CVJM erinnert daran, dass seine Montagsvolleyballgruppe gemeinsam vor über zehn Jahren mit dem damaligen Stadtteilmanagement aufgebaut worden ist. Sie schreiben: „Die Montagsvolleyballgruppe wurde vor sehr gut zehn Jahren gemeinsam mit dem damaligen Stadtteilmanagement entwickelt. Sie wurde durch Ortsratsmittel, Stadtteilmittel, Zuschüsse für integrative Arbeit, Spenden und Verzicht finanziert. Zielgruppe waren (junge) Westhagenerinnen und Westhagener – aber auch alle Wolfsburger waren herzlich willkommen. Diese Aktion fand zuerst im Rahmen des Bundesprogramms „Soziale Stadt“ statt und war über Jahre eine Institution in Westhagen. Auch in sehr schwieriger Zeit als die Halle massiv verunreinigt, Scheiben zerstört, Sportgeräte unsachgemäß benutzt und Notausgangstüren manipuliert wurden, blieben wir in den Sporthallen des Schulzentrums aktiv und haben durch zahlreiche Aktionen zum besseren Image des Stadtteils beigetragen.“



Sie fahren fort: „Wir fühlen uns im Stich gelassen. Nicht nur von Mitgliedern des Ortsrates (mit Ausnahmen) – auch von (Sport)Politikern (mit Ausnahmen) und der (Sport)Verwaltung (mit Ausnahmen).“ Deshalb wird die Übungszeit am Montag Zurzeit nicht genutzt.



Widersprüchlich erscheint in den Augen des CVJM der Orstrat: „Der Ortsrat – besonders die Frau Ortsbürgermeisterin – fordert immer Aktionen und Aktivitäten in Westhagen. Aber wenn ein exponiertes Mitglied des Ortsrates als Chef verantwortlich für diese Volleyballer ist, da gibt es plötzlich keine Unterstützung. In anderen Bereichen gehen Mitglieder gern in die Öffentlichkeit und kritisieren andere Betriebe und Personen.“



Besonders enttäuscht sind wohl die CVJMer darüber, dass sie versucht haben, die Frage der Hallenbelegung einvernehmlich zu lösen: „Wir haben versucht, die Angelegenheit einvernehmlich zu lösen. Soll heißen, dass wir zuerst mit der Sportverwaltung gesprochen haben, dann mit dem exponierten Mitglied im Ortsrat, dann mit einem anderen Vertreter der Volleyballgruppe. Außer von „gesunder Konkurrenz“ und wir sollten uns eine andere Halle suchen, waren keine Lösungsvorschläge zu erkennen. Es wird immer viel von „Bürgerbeteiligung“ gesprochen – aber wenn sie dann einmal praktiziert werden soll, leiden die Entscheidungsträger an „Gedächtnisverlust“. Früher galt die Regel, „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Jetzt gelten wohl andere Kriterien. Dies haben wird schon bei einer jahrelangen Aktion für Volleyballkinder in der Nordstadt gesehen, als wir die Halle verlassen mussten, weil sich in die zweite Hallenhälfte neu eingeteilten Karatekinder „gestört“ fühlten („Das Aufprellen der Bälle störte das doch eher leise Karate-Training“ WN vom 22.08.2013 – in der Kinder freundlichen Stadt Wolfsburg). Auch für die Samstagssportgruppe von 19 bis 21 Uhr gibt es keine Lösung in Westhagen. Da hat sich der Ortsrat (mit Ausnahmen) wohl nicht bemüht. Und. Eine Fußballgruppe in Westhagen musste wegen der Arbeitsweise des Sportamtes vor ca. drei Jahren aufgelöst werden – keine Hallenzeit.“



Dann nimmt der CVJM ein Zitat der Frau Ortsbürgermeisterin zu einer aktuellen Diskussion mit einer Wohnbaugesellschaft auf und baut es in den Brief ein: „Die oben erwähnte Arbeitsweise von Politik und Verwaltung „ist ein ganz starker Rückschlag“ für sozialsportliche Aktivitäten in Westhagen.



Versöhnlich beendet der CVJM den offenen Brief: „Wir haben mit einer Ausnahme keine Person gefunden, die diese Arbeitsweise und Entscheidung verstehen kann. Trotzdem haben wir bei unserem Brief darauf verzichtet, Namen und Vereine zu nennen. Uns geht es um eine sachgerechte Arbeit und Lösung für Westhagenerinnen und Westhagener. Und fairerweise möchten wir hinzufügen, dass uns auch viele Politiker und Verwaltungsmitarbeiter - auch aus dem Ortsrat und der Sportverwaltung - in unserer Arbeit in den letzten Jahrzehnten voll unterstützt haben. Bis gegen 2005 war es eine prima Zusammenarbeit mit dem Ortsrat und den damaligen Ortsbürgermeistern. “

 

Damit (junge) Westhagenerinnen und Westhagener eine Alternative haben,  bietet der CVJM jetzt auch eine andere Hallenzeit in Westhagen an: "Wir haben jetzt erst einmal eine Volleyballgruppe am Dienstag von 19.30 bis 21 Uhr in der FBZ-Halle gestartet, damit Westhagenerinnen und Westhagener und andere Interessierte nicht unter der nicht nachvollziehbaren Arbeitsweise von Politik und Verwaltung leiden. Sie lief jetzt gut an – aber „Daumendrücker“ dürfen gern Werbung für die Gruppe machen. Allerdings wird dann wohl Tischtennis auf der Strecke bleiben. Eigentlich war diese Hallenzeit für Tischtennis vorgesehen, denn in Westhagen hat sich die Tischtennisgruppe aufgelöst und wir arbeiten mit Tischtennisfunktionären seit zwei Jahren an einer Stadtteil orientierten Lösung. Es wurden schon enige Aktionen an Grundschulen durchgeführt."

 


Chance verpasst! Der Ortsrat - allen voran ein Ortsratsmitglied und die Frau Ortsbürgermeisterin - unterschätzt die Signalwirkung seiner Arbeitsweise: Wer sich in Westhagen engagiert, kann mit Ärger und Stress rechnen. Wer wird sich also engagieren? Besonders fragwürdig wird die Arbeitsweise dadurch, dass der Wohnwert für Westhagen im Rahmen des Bundesprogramms „Soziale Stadt“ verbessert werden soll und der CVJM Wolfsburg seit drei Jahrzehnten "vorbildlich" und „segensreich“ (ein Wolfsburger Kommunalpolitiker) arbeitet. Einige Vorschläge der städtischen Untersuchung „Sport und Bewegung in Wolfsburg“ setzt der CVJM schon seit Jahren und Jahrzehnten in Westhagen um. Schade – Chance verpasst!



Falls der Ortsrat und/oder einzelne Mitglieder, Sportpolitiker, Sportverwaltung ... auch einen Kommentar abdrucken wollen, sind sie herzlich dazu eingeladen.Kein angeschriebener wolte einen Kommentar schreiben.

 

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(30.05.2013) Zum Artikel und zu Aussagen von Verwaltung und Ortsrat im Artikel der Wolfsburger Nachrichten vom 25. Mai 2013 nimmt Manfred Wille Stellung. Er ist 2008 von Stadtsportbund, Sportpolitik, Sportamt und Sportpresse unter anderem auch für sein Engagement in Westhagen als verdienter ehrenamtlicher Mitarbeiter während der Ehrung der Meister des Sport ausgezeichnet worden.

 

Bei der Frage um die Hallenvergabe (Wolfsburger Nachrichten vom 25.Mai 2013) geht es nur vordergründig um zwei Volleyballfreizeitgruppen: Es geht vielmehr um die Frage, wie von der Sportverwaltung stadtteilorientierte und sozialsportliche Aktionen (in Westhagen) unterstützt werden. Vor vier Jahren musste wegen der Arbeitsweise des Sportamtes eine integrative Fußballgruppe schon geschlossen werden – keine Hallenzeit. Die Samstaggruppe für Westhagener Jugendliche musste in die Innenstadt (!) verlegt werden – keine kostengünstige Halle im multi-kulti Stadtteil. Wir erinnern uns noch an die Nordstadt: Weil sich Karateka durch das Prellen von Volleybällen gestört fühlten, mussten nach zwei Jahrzehnten junge Nordstadt-Volleyballer die Zweifeld-Halle verlassen (Wolfsburger Nachrichten 21. August 2008 und 22. August 2008 und Wolfsburger Allgemeine Zeitung vom 22. August 2008 und 26. August 2008) .


Wegen rund 200 Euro Kostenersparnis für eine gutbetuchte Erwachensenengruppe wird eine Aktion, die mit dem damaligen Stadtteilmanagement vor über zehn Jahren entwickelt wurde, in ihrer Existenz gefährdet. Sicherlich ist es schwierig, bei allen Nutzern von Hallen Zufriedenheit zu erreichen. Aber das Mindeste wäre gewesen, dass mit den Betroffenen vorher gesprochen wird (Bürgerbeteiligung!). Für diese schon seit Jahren bestehende Erwachsenengruppe gab es eine kostengünstige und verkehrsgünstigere Alternative in Wolfsburg.

 

Auch das Verhalten von Teilen des Westhagener Ortsrates und der Frau Ortsbürgermeisterin ist nicht nachvollziehbar: Auf der einen Seite möchten sie im Rahmen des Bundes-Programms „Soziale Stadt“ mehr Aktivitäten in Westhagen – und dieser Jugendverein bietet viele attraktive Angebote an und hilft anderen Gruppen im Stadtteil. Und jetzt unterstützen Ortsratsmitglieder diese sozialsportlichen Aktivitäten nicht und machen Ehrenamtlichen keinen Mut. Vertreter dieses Vereins wurden auch nicht zu den Sitzungen im November, Januar und April eingeladen. Die Verantwortung wird auf die Sportverwaltung, den Sportdezernenten und den Oberbürgermeister geschoben. Der Verursacher – mit dem keine einvernehmliche Absprache möglich war – sitzt aber im Ortsrat.