Thema des Monats September 2026: Zum Nachdenken und Diskutieren - "Über die Liebe zum Sport" - "Warum treiben Menschen Sport?" - Professor Dr. Detlef Kuhlmann macht sich Gedanken - deutscher Jugendmeister beim Eichenkreuz/CVJM-Handball - Fazit: Wer die Liebe zum Sport findet … darf nur den Spaß dabei nicht verlieren!

Professor Dr. Detlef Kuhlmann
Professor Dr. Detlef Kuhlmann

Dr. Detlef Kuhlmann (* 8. Oktober 1954 in Bielefeld) ist ein deutscher Sportpädagoge und war Professor an der Leibniz Universität Hannover. Neben vielen sportlichen Erfolgen im Handball und Ausdauersport war er deutscher Jugendmeister im Handball bei der Eichenkreuz/CVJM-Sportbewegung. Dr. Detlef Kuhlmann war und ist in vielen Ehrenämtern tätig und hat dort auch die Idee des CVJM Wolfsburg von Pausensport und Pausenliga im deutschen Sport gefördert.

 

 

 

Über die Liebe zum Sport

 

 

 

Warum treiben Menschen Sport? Die Frage ist uralt. Die Antwort geht ganz einfach: Weil sie Spaß daran haben. Spaß als Allerwelts-Motiv passt immer. Wem das zu wenig ist, der stößt irgendwann auf die sechs Sinngebungen des Sports, die der inzwischen emeritierte Bielefelder Sportpädagoge Professor Dr. Dietrich Kurz einst im „Arbeitskreis 1“ beim bundesweiten Kongress „Menschen im Sport 2000“ des damaligen Deutschen Sportbundes (DSB) 1987 in Berlin mit der Frage: „Was suchen die Menschen im Sport?“ auf die Sinn-Bühne brachte. Diese bis heute viel beachteten Sinngebungen von Kurz, dem Vorsitzenden des Kuratoriums des Wissenschaftspreises des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), haben längst als sogenannte pädagogische Perspektiven Eingang in die Lehrpläne für den Sportunterricht an den Schulen in Deutschland und anderswo gefunden.

 

Der vordergründige Spaß beim Sport lässt sich in sechs Sinnbezirke des Sporttreibens zerlegen. Menschen suchen demnach im Sport nach Situationen, wo sie (1.) Formen von selbst erbrachten Leistungen erfahren, (2.) etwas für ihre Gesundheit tun und wo sie (3.) dies zusammen mit anderen Menschen erleben können. Für viele Menschen sind (4.) das Ausdrücken von bzw. in Bewegungen, ferner (5.) Situationen von Wagnis und Spannung und schließlich (6.) Wahrnehmungs- bzw. Bewegungserfahrungen vor allem in der Natur die besonderen Herausforderungen, die sie im Sport suchen. Das alles macht ihnen Spaß, sonst würden sie die Finger davonlassen.

 

Natürlich gibt es noch weitere psychologische und philosophische Erklärungsversuche für die Spaß- bzw. Sinnfindung im Sport. Sie lassen sich im Grunde alle ganz gut an die Sinnbezirke von Kurz anfügen: Der populäre amerikanische Psychologe mit dem fast unaussprechlichen, aber ganz einfach zu schreibenden Namen Mihaly Csikszentmihalyi, wenn er vom Flow und dem Aufgehen im Tun spricht, das wir nicht nur, aber eben auch im Sport finden können, oder Hans Lenk, der erste Ethikpreisträger des DOSB, wenn er vom Eigenleisten im Sport als Zeichen persönlicher Handlungsfreiheit spricht oder der in Jena lehrenden Professor Dr. Hartmut Rosa, der im Sport sogar eine „Resonanzoase“ sieht, weil wir hier etwas selbst um der Sache willen tun, was uns irgendwie gut tut.

 

Und was hat das alles mit „Liebe zum Sport“ zu tun? Von ihr spricht jüngst der Berliner Philosoph Professor Dr. Wilhelm Schmid. In seinem an Weihnachten erschienenen fast 500-Seiten-Opus (Titel: „Dem Leben Sinn geben“) ist von der „Liebe zu den Wesen und Dingen und der Welt“ die Rede. Darunter fällt bei Schmid zum Beispiel auch die „Liebe zum Essen und Trinken, zu Sport, Spiel und Technik“ als Elemente sinnvoller Lebensgestaltung. Fazit: Wer die Liebe zum Sport findet … darf nur den Spaß dabei nicht verlieren!