August 2011: Bewegung und soziales Engagement: Mit den Beinen für die Armen - CVJM-Sozialradler treten für Kinder und Jugendliche in sozialschwachen Verhältnissen seit Jahren in die Pedalen

Bewegung und soziales Engagement wird seit Jahren im Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) Wolfsburg groß geschrieben. Schon Ende der sechziger Jahre arbeiteten Mitglieder des damals noch CVJMänner in der lutherischen  St. Mariengemeinde in der Wolfsburger Nordstadt aktiv beim Gemeindebasar mit, der hauptverantwortlich vom damaligen Gemeindepastor Artur Boettcher und von Mitarbeitern des CVJM organisiert wurde. "Wir haben die große Tombola betreut und ein Programm für Kinder und Jugendliche angeboten", erinnert sich Manfred Wille. "Gut kam unsere Schubkarre für die kleinen Spenden an - sie war schön gefüllt mit Geldscheinen", fügt er schmunzelnd hinzu.

 

In den siebziger Jahren wurden für die Kleidersammlung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) 30.000 Plastiktüten an alle Wolfsburger Haushalte verteilt. Gemeinsam mit dem Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) wurde Altpapier gesammelt. Auch mit dem VCP wurden Lose für die Wohlfahrtslotterie verkauft.

 

"In unsere Zeltlager von 1972 bis 1979 in Deutschland, Frankreich und Jugoslawien (jetzt Slowenien) haben wir viele sozialschwache Jugendliche mitgenommen - darunter Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Westhagen", weiß Hans-Jürgen Wille zu berichten. Für diese Heranwachsenden wurden Zuschüsse beim Jugendamt, Sozialamt und Diakonischem Werk des Wolfsburger Kirchenkreises beantragt. Und beim Unterstützungsfond des CVJM wurden Spenden gesammelt. Gut 20 jungen Menschen konnte so die Teilnahem ermöglicht werden.

 

Schon 1972 übernahmen die CVJMer Verantwortung für Kinder und Jugendliche in der sogenannten "Dritten Welt" - für ein Jahr wurde die Patenschaft für ein Kind in Indien übernommen.

 

Bei den Sportturnieren Ende der achtziger Jahre wurde dann Geld für die Arbeit mit Flüchtlingskindern der spanischen Bekenntnisschule "El Porvenir" (Die Zukunft) in Madrid gesammelt. "In die Schule sind viele Jugendliche und junge Erwachsene in den Osterferien gefahren", blickt Ferdinand Uecker zurück.

Anfang der neunziger Jahre starteten einige CVJMer voll durch: Gerd Otte, Michael Meixner, Michael Kühn, Manfred Wille, Ferdinand Uecker und Oliver Stumpf. Mit Unterstützung des damaligen CVJM Nordbundes bereiteten sie die Fahrradsponsorenrundfahrt vor und wurden damit Vorreiter für viele ähnliche Aktionen in Kirchen, Schulen und Vereinen.

 

1995 traten sie zum ersten Mal mit Unterstützung des Programms "Integration durch Sport" (damals "Sport für Alle") des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und des LandesSportBundes (LSB) Niedersachsen in die Pedale. "Unser Chef Michael Meixner war mit seinem Rennrad einige Kilometer uns immer voraus", denkt Mareille Pieper gern an die erste Rundfahrt zurück. Damals wurde für Projekte in Paraguay, Nigeria, Indien und Spanien gesammelt. Im Laufe der Jahre wurde auch für andere Projekte geradelt: Sri Lanka, Kolumbien, andere Projekte in Indien und Palästina. Bis jetzt sind etwa 60.000 Euro eingesammelt worden. Bei den 16 Fahrradrundfahrten sind viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus ganz Wolfsburg ebenso wie aus Brasilien, Paraguay, Kolumbien, Mexiko, Spanien und viele deutschstämmige Spätaussiedler mitgeradelt. "Wichtig ist für uns, dass Neubürger als Gebende und nicht nur als Nehmende in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten", betonen Michael Kühn und Robert Fischer. Diese Formulierung hat der damalige Aussiedlerbeauftragte des Bundesregierung, MdB Jochen Welt, der auch Grußworte für die Sponsorenrundfahrt schrieb, in seiner Arbeit übernommen.

Mitglieder der Vorbereitungsgruppe (von rechts) Robert Fischer, Mareille Pieper, Ferdinand Uecker, Michael Kühn und Michael Meixner
Mitglieder der Vorbereitungsgruppe (von rechts) Robert Fischer, Mareille Pieper, Ferdinand Uecker, Michael Kühn und Michael Meixner

In diesem Jahr bei der 17. Auflage des kurzweiligen Rundkurses wird für Kinder und Jugendliche in Chiang Mai/Nordthailand, Indien, Spanien, Nigeria und sozialsportlichen Aktivitäten in Wolfsburg-Westhagen gesammelt. Start ist um 15 Uhr mit einem geistlichen Startschuss und flotten Liedern  des Chores der Deutschen aus Rußland auf dem Parkplatz des Kirchenkreisamtes (Kleiststraße 33), nach gut 20 Kilometern wird die Rundfahrt mit einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee, Tee und Kuchen im Westhagener Mütterzentrum ausklingen.

Von rechts: Daniel Stahl, Artur Stark, Martin Meißner und Manfred Wille
Von rechts: Daniel Stahl, Artur Stark, Martin Meißner und Manfred Wille

Das 125-jährige Jubiläum des deutschen CVJM nutzen Daniel Stahl, Artur Stark und Manfred Wille zu einem Gespräch mit dem damaligen Präsidenten des YMCA (Young Men's Christian Association) Weltbundes, Dr. Martin Meißner, über die hiesige Weltdienstarbeit. Der YMCA ist mit rund 45 Millionen Mitgliedern weltweit die größte Jugendorganisation. Er ist überkonfessionell christlich geprägt. "Super, wie ihr euch für Straßenkinder einsetzt", freute sich damals Martin Meißner. "Auf meinen Reisen durch die Welt habe ich viel Elend gesehen, deshalb ist eure Unterstützung für CVJM-Projekte sehr wichtig", erklärte Meißner den Wolfsburgern Sozialradlern.

Michael Meixner (von links), Peter Henze, Hiltrud Jeworrek und Manfred Wille
Michael Meixner (von links), Peter Henze, Hiltrud Jeworrek und Manfred Wille

Für die mehr als über 15-jährige Arbeit als ehrenamtlicher Sprecher der CVJM-Weltdienstgruppe wurde Michael Meixner während der Siegerehrung des Freizeitvolleyballturniers um den "Oberbürgermeister-Pokal 2011" im Mai im Freizeit- und Bildungszentrum (FBZ) Westhagen durch den Stellvertretenden Vorsitzenden des Stadtsportbundes (SSB), Peter Henze, mit der Silbernen Ehrennadel des LandesSportBundes Niedersachsen im Beisein von Bürgermeisterin Hiltrud Jeworrek ausgezeichnet. 

 

Bei der Auszeichnung des Bündnisses für Demokratie und Toleranz 2004 und der Verleihung der Niedersächsischen Sportmedaille 2006 - der höchsten Auszeichnung für Vereine in Niedersachsen - spielte die Weltdienstarbeit eine entscheidende und zentrale Rolle.

Bei der Spendenübergabe 2010 mit Doris Stein (rechts) vom Kirchenkreisamt
Bei der Spendenübergabe 2010 mit Doris Stein (rechts) vom Kirchenkreisamt

Strahlende Gesichter gibt es immer bei der Spendenübergabe. Herzlicher Dank gilt dabei dem Wolfsburger Kirchenkreisamt (KKA), dass in den letzten 16 Jahren die finanzielle Abwicklung und Ausstellung von Spendenbescheinigungen übernommen hat. Wegen technischer Umstellungen konnte das KKA die Abrechnung leider nicht mehr durchführen. Freundlicherweise hat der CVJM-Landesverband Hannover - unsere Dachorganisation - sich bereiterklärt, diese wichtige Aufgabe für uns zu übernehmen.

 

Spenden können an den CVJM Landesverband Hannover überwiesen werden: Evangelische Kreditgenossenschaft (EKK) Kassel (BLZ 520 604 10) Kontonummer 060 019 9 mit dem Vermerk "CVJM Wolfsburg 2011". DANKE!

 

Weitere Informationen im Internet über den örtlichen CVJM unter www.cvjm-wolfsburg.de, den CVJM Deutschland www.cvjm.de und www.cvjm-welthandel.de.

 

Fahrradsponsorenrundfahrt 03. September
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Sozialradler und Mitglieder vom Chor der Deutschen aus Rußland beim geistlichen und musikalischen Startschuss 2010. Rechts Pastor Ulrich Braun, der häufig den geistlichen Startschuss - eine Andacht - gibt.
Sozialradler und Mitglieder vom Chor der Deutschen aus Rußland beim geistlichen und musikalischen Startschuss 2010. Rechts Pastor Ulrich Braun, der häufig den geistlichen Startschuss - eine Andacht - gibt.